Kleine Abenteuer

Nach einem Jahr FRW realisiere ich, dass es nicht so einfach ist, das Geben. Die Kommunikation mit den Geflüchteten gestaltet sich schwierig. Deutsch ist keine einfache Sprache. Umgekehrt: Der Gedanke, mich auf Arabisch verständigen zu müssen, macht mich schwindlig und lässt mich erahnen, in welch sprachlicher Isolation die Geflüchteten uns gegenüber gefangen sind. Dabei wäre mein Wunsch ein reger Dialog, offene Diskussionen.

Zur sprachlichen Schwierigkeit kommt das Einleben in die Gegebenheiten unseres Landes. Auch das ist kein Schleck. Denn unsere Möglichkeiten zu helfen und zu unterstützen sind beschränkt – durch Gesetze, Bestimmungen, Regeln, Abläufe, Entscheidungen. Aber die vorhandenen Freiräume nützen wir. Wir motivieren und begleiten. Während der Wartezeit bis zu einem amtlichen Entscheid bieten wir interessierten Geflüchteten sinnvolle, zielgerichtete und aufbauende Angebote an.

Es sind kleine Abenteuer, die wir erleben. Die spannenden Erfahrungen sind die Anstrengungen wert. Das Lachen der Geflüchteten über ein kompliziertes, lustiges Gespräch auf Deutsch sagt mir: Es geht doch. Ihre Euphorie über ein gewonnenes Tischfussballspiel, der Stolz über die Anerkennung ihrer Kochkünste oder über ein gelungenes Handwerksstück lässt mich denken: Es funtioniert.

Nein, so schnell werde ich nicht aufgeben. Denn es gibt sie, die Erfolgserlebnisse und freudigen Momente!


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